Pränataldiagnostik – Falsch positive Ergebnisse beunruhigen
„Niedriges Risiko“ – „hohes Risiko“ – „unklarer Befund“
So bewerten Testhersteller das Ergebnis eines Bluttests, der ab 1. Juli 2022 in Arztpraxen kostenlos angeboten wird. Hinter diesen Bewertungen verbergen sich Zahlen für „falsch positive“ oder „falsch negative“ Testergebnisse, also unklare Aussagen, was von den Herstellern jedoch nicht mitgeteilt wird. 
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Jetzt hat sich herausgestellt, dass es umso mehr falsch positive Ergebnisse gibt, je jünger eine schwangere Frau ist. Falsch positiv bedeutet, die Frau bekommt eine Bewertung s. oben, was aber falsch ist. Darum „falsch positiv".
Die hohen Zahlen sind beunruhigend. Das ergibt sich aus einer Studie.
Insbesondere junge Frauen könnten unversehens in die Gruppe der falsch-positiv Getesteten fallen. Dann gibt es nur Gewissheit durch eine Fruchtwasserpunktion, bei der es eine hohe Zahl von Kindern gibt, die diesen Eingriff nicht überleben.
Stand März 2026: Eine Gruppe von 100 Parlamentariern (unabhängig von Parteizugehörigkeit) hat mit ihrem Antrag erreicht, dass in Fachgremien des Bundestages darüber beraten wird, ob ein Monitoring zum NiPT durchgeführt werden kann. Ein unabhängiges Gremium soll demnach untersuchen, wie sich der NiPT in der Praxis auswirkt. Zurzeit gibt es Zählungen, nach denen sehr viel mehr invasive Fruchtwasseruntersuchungen gemacht werden als vorher. Das erklärte Ziel war aber, dass es weniger solcher Test geben sollte, um Schwangerschaften nicht wegen irrtümlicher Falschergebnisse zu beenden und die Eltern weniger zu stressen.
Wir erinnern daran: Vorsorge ist freiwillig. Es gibt ein Recht auf ungetestete Schwangerschaft.
03/2026