Dauer-CTG behindert die Geburt

...bei Wehenmitteln unverzichtbar

Während der Geburt werden sowohl die Wehentätigkeit wie auch der Herzschlag des Kindes mit CTG überwacht. Werden künstliche Wehenmittel verabreicht, wird den Frauen in jedem Fall ein „Dauer-CTG“ um den Bauch geschnallt, um die Wehentätigkeit kontrollieren zu können. Dadurch ist ihre Bewegungsfähigkeit eingeschränkt.
Eine unmittelbare Folge: Noch immer gebären 86 % der Frauen in Kliniken in liegender Haltung, obwohl dadurch die Schwerkraft nicht genutzt und die Geburt nachweislich länger dauert und gefährlicher wird. (Im Geburtshaus sind es nur 23,7 %.)

Quelle: www.quag.de - Publikationen: HgE versus Klinikgeburten

Bis zu 50 % aller CTG-Messungen vor und während der Geburt führen hinsichtlich der Gefährdungslage des Kindes zu Fehldiagnosen (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe 2014). In den zwei Stunden vor der Geburt zeigen 90 % der CTG-Aufzeichnungen pathologische Werte. („Gegen den Trend – Wie es gelingen kann, die Kaiserschnittrate zu senken“ Broschüre des AKF 2018, S. 12) Diese Diagnosen sind verantwortlich für Komplikationen im Geburtsverlauf, weitere Eingriffe (z.B. Mikroblutuntersuchung/MBU) und für viele Kaiserschnitte.
Ursächlich für den häufigen Einsatz des CTGs ist die dünne Personaldecke (Kosteneinsparung) und die schlechte Bezahlung von Hebammen bei gleichzeitig hoher Verantwortung.

Die CTG-S1 Leitlinie ist lediglich eine Empfehlung. Dennoch wird das CTG routinemäßig den Frauen angelegt, vor allem wegen Personalmangel und vermeintlicher Sicherheit, falls es zu Problemen bei der Geburt kommen sollte. Für diesen Fall verlangen Gerichte elektronische Aufzeichnungen, selbst wenn deren 50 % Falschbewertungen erwiesen sind.
Diese Leitlinie wurde inzwischen als nicht mehr aktuell markiert, dann aber doch bis zum 31.3.2018 verlängert.

CTG ist Ultraschall. Ultraschall ist umstritten. Der Beweis der Unschädlichkeit ist nicht in Sicht. Eine 1:1 Betreuung von Frauen bei der Geburt ihres Kindes wäre die klügere Geburtsbegleitung, als Geburten mit fehleranfälligen Messinstrumenten zu behindern.

Achtung! Die Rechtslage zum Gebrauch von Ultraschall während der Schwangerschaft hat sich geändert. ÄrztInnen und allen anderen Personen ist es untersagt, Ultraschall an ungeborenen Kindern anzuwenden, wenn keine medizinische Notwendigkeit vorliegt. Damit wird das Baby-Fernsehen – als private oder Ige-Leistung – zur Ordnungswidrigkeit, ebenso wie CTG-Messungen und Dopton-Anwendungen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit folgt der Empfehlung der Strahlenschutzkommission (SSK) und stellt den Verbraucherschutz über die wirtschaftlichen Interessen von Ultraschall-AnwenderInnen.
Im Rahmen ärztlicher Schwangerenbegleitung werden weiterhin die drei sog. „Basisultraschalluntersuchungen“ angeboten. Die Eltern entscheiden, ob sie ihr Kind mit Ultraschall untersuchen lassen wollen oder nicht.