Eltern Treuhänder der Rechte ihres Kindes

Eltern entscheiden im Namen ihres Kindes

Eltern haben das natürliche Recht, mit ihren Kindern zu leben und sie frei von staatlicher Bevormundung zu erziehen, eine große Verantwortung, denn auch das Kind hat Rechte. Es ist Person, unverwechselbar ab der Zeugung, von Anfang an, ein Wer und kein Was.

Elterliche Rechte und Verantwortung können auch kollidieren. Meist finden dann dann Eltern oder Kinder Personen, die beraten, vermitteln und helfen, dass das Miteinander wieder reibungslos verläuft. Es gibt aber auch Konflikte, die tiefer gehen, bei denen es nicht leicht ist eine einfache Lösung zu finden.

Wenn die Rechte der Mutter und die Rechte des Kindes aufeinander treffen, etwa im Schwangerschaftskonflikt, treffen die Rechte der Frau und die Rechte des Kindes aufeinander. Sie müssen dann gegeneinander abgewogen werden. Hier verordnet der Staat eine Beratungspflicht, tritt aber selbst bei einer Entscheidung zurück. Er achtet die Entscheidung der Frau, ob sie ein Kind austragen will und kann oder nicht. Für Frauen bedeutet dies, dass ihre Eigenverantwortung nach Jahrhunderten der Diskriminierung und  Kriminalisierung anerkannt wird. Dass Frauen sich dieses Recht auf Selbstbestimmung erkämpft haben, ist nicht selbstverständlich. In vielen Ländern haben Frauen dieses Recht nicht.

Kinder haben das Recht auf Schutz, Förderung und Achtung als eigenständige Persönlichkeiten von Anfang an, d.h. ab der Zeugung: Ihre Eltern sind zuerst die Treuhänder, später unterstützen und leiten sie die Kinder bei der Ausübung ihrer Rechte. Das bedeutet in der Schwangerschaft und während der Geburt

  • gesunde Ernährung

  • Verzicht auf Alkohol, Nikotin und andere Genussgifte

  • Meidung von Medikamenten, es sei denn, sie sind ausdrücklich auch in der Schwangerschaft zugelassen
  • Vermeiden von Stress aller Art (Beruf, privat, durch Pränataldiagnostik)

  • Pränataldiagnostik ist keine Vorsorge, darum in jedem Fall die Folgen dieses Zusatzangebotes bis zum Ende durchdenken

  • Das eigene Bauchgefühl ernst nehmen. „Nein“ sagen üben und das Recht auf Nichtwissen und eine ungetestete Schwangerschaft nutzen

  • Individuelle Gesundheitsleistungen (IGe-L) sind meist Pränataldiagnostik – keine Vorsorge! Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidungsfindung

  • Selbstbestimmte Geburt heißt auch, dass das Baby die Zeit bekommt, die es für seine Geburt braucht. Welcher Geburtsort passt zu Ihnen, Ihrem Partner und Ihrem Baby? Wo werden Sie sich gut unterstützt fühlen?

  • Die Geburt ist erst zuende, wenn das Baby mehrfach geatmet hat und die Plazenta geboren ist. Vorzeitiges Abnabeln zur Blutgewinnung bedeutet, dass das Leben des Neugeborenen mit dem Verzicht auf mindestens 1/3 seines eigenen Blutes beginnt. Haben so kleine Kinder ein Recht auf den bestmöglichen Start ins Leben? Die Antwort lautet: Ja, so steht es in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, welche Deutschland unterzeichnet hat. 

  • Das Mutterschutzgesetz gilt vor allem dem Schutz des Kindes

  • Das Kind nach der Geburt sollte wenn irgend möglich die bestmögliche Nahrung bekommen: Muttermilch. Stillen ist mehr als das Baby zu ernähren.

Dein Kind fühlt, was du fühlst. Wenn dein Kind so sein darf, wie es ist, braucht es keine Tests, die auf Fehlersuche aus sind. Auch wenn Sie ein beeinträchtigtes Kind erwarten, besteht kein Zwang, das  Leben des Kindes gewaltsam zu beenden. Weitertragen bleibt eine Möglichkeit, auch wenn am Ende ein Abschied stehen könnte. Alle Erfahrungen zeigen. Ein Neuanfang nach einem Verlusterlebnis ist möglich und das Zusammenleben mit einem beeinträchtigten Kind sowieso.

05/2021