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Nabelschnur um den Hals

Die Versorgung des Baby ist sichergestellt

Wie oft hört man: "Mein Kind wäre fast gestorben, denn es hatte die Nabelschnur um den Hals!" Gehen wir der Sache einmal auf den Grund und schauen, dass wir solchen Geschichten seinen Schrecken nehmen.

Es ist keine Seltenheit, dass Babys mit ihrer Nabelschnur um den Hals geboren werden. Rund 1/3 aller Babys erblicken so das Licht der Welt. Wann, wie und warum es dazu kommt, ist bei jedem Baby anders. Interessant ist, dass es anscheinend häufiger männliche Babys betrifft.

Eine um den Körper oder den Hals gewickelte Nabelschnur ist kein Grund, sich Sorgen zu machen. Die Nabelschnur ist so gemacht, dass sie um den Hals gewickelt sein kann und darf, ohne dabei ein Problem zu verursachen.  Die Schnur ist mit "Whartonscher Sulze" (reifes Gallertgewebe) ausgekleidet und in sich gedreht. Dies schützt die 3 Nabelschnurgefäße davor, eingequetscht oder überstreckt zu werden, wenn das Baby sich im Mutterleib bewegt. Die Nabelschnur ist lang genug (ca. 55cm), um sich bequem um des Babys zu legen. Ihm bleibt genug Schnur übrig, um sich frei in der Gebärmutter bewegen zu können. Außerdem besitzt die Nabelschnur die Fähigkeit, in die Länge zu wachsen.

Während der Wehen macht eine um den Hals gewickelte Nabelschnur keine Probleme. Die Nabelschnur hält das Kind nicht fest. Es wird durch sie nicht aufgehalten, denn Gebärmutter, Plazenta und Nabelschnur bewegen sich gemeinsam nach unten in Richtung Geburtsweg. Der Uterus zieht sich zusammen (kontrahiert), bewegt so das Baby nach unten… .

Geburt und die letzten Wehen

Der Sauerstofftransport während der Geburt erfolgt über die Nabelschnur, nicht über die Atemwege. Das System der Blutversorgung ist so gut gemacht, dass das Baby auch bei einer längeren dauernden Geburt immer gut versorgt ist. Es ist wichtig, dass während der Umstellung auf die Atmung die Nabelschnur intakt bleibt und erst durchtrennt wird, wenn sie aufhört, zu pulsieren.

 

10/2021