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Die Krankenhausgeburt orientiert sich an der Geburtsmedizin. Physiologische Prozesse werden kaum berücksichtigt. Das bedeutet, dass mit invasiven Techniken und Medikamentenverabreichungen von Anfang an gerechnet werden muss. Das Beginnt mit dem Legen einer Braunüle am Handgelenk und dem obligatorischen Ultraschall bei der Aufnahme. Wenn Sie auf Station sind, kann es passieren, selbst wenn Sie natürliche Wehen haben, dass Sie trotzdem ein Wehenmittel zur Beschleunigung der Geburt bekommen. Einen Wehenhemmer gibt man Ihnen evtl., weil grade eine andere Frau ihr Baby bekommt, und nur eine Hebamme anwesend ist. Es folgen CTG, mancherorts wird unter der Geburt ein Metallplättchen in die Kopfhaut des Babys gedreht, noch bevor es geboren wurde, um das Blut und den Herzschlag messen zu können. Dabei werden die Kabel am Bein der Gebärenden festgeklebt. Verabreichung von hochpotenten Schmerz- und Betäubungsmitteln, Dammschnitten bei etwa jeder zweiten Frau, Oxytocin nach der Geburt, vor der Plazentaablösung, das alles wird routinemäßig durchgeführt, ohne Berücksichtigung, ob das wirklich erforderlich ist. Beim Kaiserschnitt, d.h. bei fast jeder 3. Geburt wird eine Vollnarkose oder spinale Betäubung vorgenommen. Danach kommen die Kinder oft auf die Intensivstation. Es kommt auch vor, dass die Väter, wenn sie es verlangen, das Baby bekommen. Wenn das Kind Abweichungen von der Norm zeigt in Bezug auf sein Gewicht, folgt ein Zuckertest usw. Falls eine Kinderklinik angeschlossen ist, können Sie davon ausgehen, dass das Wärmebettchen der mütterlichen Wärme vorgezogen wird.

Sie müssen mit Personalwechsel und -mangel rechnen, d. h. dass eine Hebamme für mehrere Geburten zuständig sein kann. Daher findet in den großen Kliniken die "Überwachung" der Gebärenden hauptsächlich über den Monitor statt, die Ergebnisse werden ins Hebammenzimmer übertragen. Bei Abweichungen von der Norm begibt sich die Hebamme in den Kreissaal.

Die Geburtshaltung kann offiziell frei gewählt werden, es kommt aber vor, dass die Geburtswanne gerade besetzt ist und ebenfalls der Geburtshocker. Noch immer wird stillschweigend der liegenden Geburt der Vorzug gegeben. Dabei bleibt unberücksichtigt, dass dadurch das Baby entgegen der Schwerkraft nach oben gedrückt werden muss, was für die Frau unnötig schwer und für das Baby unnötig belastend für seine zarten Gliedmaßen und die Wirbelsäule sein kann (siehe auch Wissenschaftsteil).

Falls Sie einen geplanten Kaiserschnitt bekommen, können Sie sicher sein, dass der Termin vor dem errechneten Geburtstermin anberaumt wird. Die Reife des Kindes, die an den beginnenden Wehen abzulesen ist, wird meist nicht abgewartet, weil dem keine Bedeutung beigemessen wird.

GreenBirth will Sie informieren, vorher, weil wir davon überzeugt sind, dass die Kritiker  im Recht sind, die ein Umdenken bei der Klinikgeburt auf allen Ebenen verlangen. Die Persönlichkeitsrechte der Neugeborenen, der Respekt vor den natürlichen physiologischen Verläufen bei einer Geburt, so muss angesichts solcher Praktiken festgestellt werden, bleiben hier weitestgehend unberücksichtigt. Die persönlichen, sozialen und gesellschaftlichen Folgen solcher massenhaft geburtsmedizinischer Handlungen sind aus der Sicht von weitsichtigen Pränatalpsychologen, Therapeuten und Medizinern unabsehbar.

Informierte Eltern können wählen und für den Fall, dass eine Klinikgeburt sein muss, die richtigen Fragen und Forderungen stellen.

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