Zwillingsschwangerschaften werden weitaus häufiger angelegt, als wir bisher dachten.
Durch therapeutische Erfahrungen finden immer mehr erwachsene Menschen die Ursache für bestimmte Symptome, die ihnen seit Kindertagen vertraut sind.
Durch Ultraschall kann eine Zwillingsschwangerschaft festgestellt werden.
Nicht selten kommt es dazu, dass ein Zwilling nicht mitwächst oder sich zurückentwickelt.
Der verstorbene Zwilling verlässt durch eine Blutung, meist bis zur 12 Woche, den Körper der Mutter. Oft merkt es die Mutter gar nicht, und erst später erinnert sie sich an eine Blutung, wenn die Zwillingsschwangerschaft noch einmal Thema wird. Es kommt auch vor, dass Menschen bei einer Bauchoperation Gewebeansammlungen entfernt werden, die auf die Existenz eines Zwillings in der eigenen Pränatalzeit verweisen.
Zur Beachtung
Wenn Ihr Kind von einem Bruder oder einer Schwester erzählt, wenn es die Puppe im Arm hält und weint: „Die Puppe ist tot“, wenn es eine Zeit lang immer für ein weiteres Kind den Tisch deckt… oder wenn es immer wieder von einem „Fantasie-Spielgefährten“ spricht, dann…
- sollten Sie die Äußerungen Ihres Kindes grundsätzlich ernst nehmen.
- Wenn das Kind traurig ist, nehmen Sie dieses Gefühl an. Es ist die einzige Möglichkeit des Kindes, seine Trauer um einen eventuellen Verlust des Zwillings loszuwerden.
- Geben Sie Ihrem Kind niemals die Schuld für den Tod eines Zwillings. („Du hast Deinem Bruder alles weggegessen“.) Solche Äußerungen nimmt ein Kind wörtlich, und es kann daraus ein lebenslanges Schuldgefühl entstehen. Stattdessen könnten Sie etwa sagen: „Wir wissen nicht, warum es nicht leben konnte, auch wir sind traurig, dass es so gekommen ist.“
- Informieren Sie sich, wenn Sie selbst einen Zwilling vorgeburtlich verloren haben oder sie diesbezüglich eine Vermutung haben. Vielleicht klären sich auch für Sie dadurch manche Ungereimtheiten.
Aus der Literatur haben wir drei Bücher ausgewählt, die für Sie von Interesse sein könnten:
- Evelyne Steinemann: Der verlorene Zwilling. Wie ein vorgeburtlicher Verlust unser Leben prägen kann. Verlag Kösel, München 2007. Dieses Buch ermutigt, mit der Thematik offen umzugehen, um im Fall der Betroffenheit in der eigenen Familie damit besser zurechtzukommen.
- Allessandra Piontelli: Vom Fetus zum Kind. Eine psychoanalytische Beobachtungsstudie. Clett-Cotta Verlag Stuttgart 1996. Darin enthalten sind Beobachtungsstudien von Zwillingen seit der Pränatalzeit.
- Irene Behrmann; Marianne Sturm: Leben und Geburt: Mattes Verlag Heidelberg 2008. Dieses Buch enthält therapeutische Dokumente der Kinder- und Erwachsenentherapie, darunter auch Dokumente über verlorene Zwillinge.