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Prager Langzeitstudie

Erwünschtheit - Unerwünschtheit wirken sich lebenslang aus*.

Wichtig für das Selbstwertgefühl scheint die Erwünschtheit durch die Eltern zu sein, wie eine Langzeitstudie in Prag aus den 1970er Jahren ermittelt.

Mütter, die zweimal vergeblich versucht hatten, eine Abtreibung vorzunehmen, wurden vom Staat gezwungen, die Kinder auszutragen. Diese Nachkommen wurden im Kindes-, Jugend- und Erwachsenalter nach ihrer Lebensqualität befragt. Im Vergleich zu einer Gleichaltrigengruppe schnitten die Betroffenen, je älter sie wurden, bezogen auf Lebenszufriedenheit, gesellschaftliche Anerkennung, Genussmittelgebrauch, Partnerschaft sowie Selbstwertgefühl und Delinquenz deutlich schlechter ab1 .

Junge Erwachsene reagieren bei sich ankündigender Elternschaft emotional. Das wirkt sich für das Kind dann nachteilig aus, wenn es bei einer Ablehnung auch nur durch einen Elternteil bleibt. Bei einer Befragung in den USA wurden ca. 65% der Schwangerschaften als ungewollt bzw. ungeplant angegeben1. Auch wenn 85 - 90% der ungewollt schwangeren Mütter die ursprünglich negative Haltung zu ihrer Schwangerschaft bis zu den ersten Kindsbewegungen wieder in positive Annahme verändern, kann sich die erste Prägung auswirken1.

Wenn Sie als (werdende) Mutter oder Vater oder eins Ihrer Kinder von der Thematik betroffen sind, empfehlen wir Ihnen, sich Hilfe zu holen, durch Beratung, qualifizierte Hebammenbetreuung oder eine Therapie**. Sie und Ihre Familie werden davon profitieren.

* In: Irene Behrmann, Marianne Sturm: Leben und Geburt, Mattes Verlag Heidelberg 2008, S. 184.
** Sie können mit Ihrer Krankenkassenversicherungskarte direkt zu einer/m Psychologischen PsychotherapeutIn, gehen (tiefenpsychologisch fundiert).
1 vgl. Häsing, Janus (1994)

 

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