textfeld v4
Nähe geben
Schmusestündchen

Neun Monate nimmt das Kind vor der Geburt intensiv am Leben teil. Zeitgleich wächst es und entfaltet seinen Organismus und orientiert sich schon früh hin auf das Leben außerhalb des Mutterleibes. Es lernt vorgeburtlich die Stimme von Mutter und Vater unterscheiden. Es fühlt, wenn die Mutter freudig oder ärgerlich erregt ist.

Es beruhigt sich, wenn die Aufregung nachlässt. Alle Aktionen und Reaktionen dienen der Vorbereitung auf das Leben nach der Geburt. Sie fanden auf engstem Raum statt. Inzwischen verfügen wir über sehr verlässliche Daten darüber, dass auf einer tief biologischen und sozialen Ebene die Persönlichkeit des Kindes in Wechselbeziehung mit der Mutter und dem Vater heranreift.

„Mutter Natur“ sieht vor, dass nach der „Ent-Bindung“ die Wieder-Anbindung von außen erfolgt. Lange haben wir Menschen gebraucht, um das zu „wissen“. Intuitiv haben es Mütter immer wieder richtig gemacht, es sei denn, ihre Traditionen verlangten etwas anderes von ihnen. Die Geschichte der Menschheit kennt rund um die Geburt viele aus heutiger Sicht schwer verständliche Rituale und Irrtümer.

Nähe geben heisst, das Kind in dieser Welt liebevoll zu empfangen, als Hebamme, Vater oder andere Helfer, um das Baby der Mutter unmittelbar nach der Geburt in den Arm und an die Brust zu legen. Ein »Kurzvideo zum Stillen«.

Das Baby sollte so zeitnah wie möglich den Hautkontakt zu Mutter oder Vater spüren. Dadurch „weiß“ es, dass es gut angekommen ist, gehalten und getragen wird und es sich nach der Anstrengung seiner Geburt nun ausruhen kann.

Das Baby hat den Prozess seiner Geburt körperlich gespürt. Es hat sensationelle Gefühle, Anstrengung und Erregung erlebt und braucht nun Beruhigung und das Gefühl, im sicheren Hafen angekommen zu sein. Es will elterliche Wärme spüren, die vertrauten Stimmen hören und den elterlichen Blicken begegnen.

Der Prozess der Geburt - von seinem Beginn bis zum Moment der körperlichen Anbindung - wird fortan als prägendes Muster für soziale Beziehungen, für Übergänge im Leben und für individuelle Bewältigungsstrategien stehen. Hier werden kulturell und sozial Grundlagen für einen gelungenen sozialen Erstkontakt gelegt. Das ‚Wie‘ der individuell erlebten Geburt wirkt sich nachhaltig auf die psychischen Grundmuster des Menschen aus.

Wenn eine komplizierte oder operative Geburt unumgänglich war, ist es umso wichtiger, dem Kind nach der Geburt das Gefühl der Nähe und Geborgenheit zu geben. Eltern sollten danach mit erhöhtem Pflegeaufwand rechnen. Sie werden es gern tun, weil sie dankbar sind, dass Mutter und Kind letztendlich alles überstanden haben. Die Dankbarkeit wird auch das Kind spüren und es wird seine ungewöhnliche Geburt darum auch mit der Zeit verkraften. »Mehr«

navi v4

     

e.V.

pfeil11

Besucher seit März 2009

kostenlose counter