
Die schönste Aufgabe der Welt
Wir möchten Sie als werdenden Vater deswegen besonders ansprechen, weil Sie in anderer Weise gefordert sind als Ihre Partnerin. Einerseits braucht Ihre Partnerin Sie, je weiter die Schwangerschaft vorangeht, gleichzeitig rückt die Geburt Ihres Kindes näher und vielleicht das Bewusstsein für eine große Verantwortung. Die übernehmen Sie tatsächlich, zusammen mit der schönsten Aufgabe der Welt, nämlich Vater zu sein. Mehr zum Thema Väterlichkeit »hier«.
Von Geburten werden Sie wenig wissen, allerdings wurden Sie auch einmal geboren. Sie haben also eigene Erfahrung gemacht, auch wenn Sie sich nicht bewusst daran erinnern.Sie haben nun die Chance, zu Ihren eigenen Anfängen wieder einen emotionalen Bezug zu bekommen.
Als werdender Vater sollten Sie zwei Richtungen kennen, wie heutzutage Fachleute Ihre Partnerin und Ihr Kind bis zur Geburt begleiten wollen. Die Richtungen sind sehr verschieden. Das hat damit zu tun, dass Babys und ihre Mütter wie vor Tausenden von Jahren im Einklang mit der Natur “funktionieren“, und wir gleichzeitig in einer programmierten und voll technisierten Welt leben, wie es die Menschheit nie zuvor kannte. Bei der Geburtsbegleitung der Kinder prallen diese beiden Realitäten sehr krass aufeinander.
Richtung 1: Hebammen würden sagen: Nie wird es möglich sein, ein so perfektes Geschehen wie eine normale Geburt zu verbessern! Hebammen begleiten die Schwangerschaft, machen die Vorsorgeuntersuchungen, kümmern sich um die kleinen Unpässlichkeiten, die in jeder Schwangerschaft auftreten, haben ein offenes Ohr und nehmen sich die Zeit, um sich auch der großen Sorgen anzunehmen, die auftreten können. Sie bauen auf ihre Erfahrungen mit natürlichen körperlichen Prozessen, wozu auch Schwangerschaft und Geburt zählen, in die der Mensch nur im Notfall eingreifen soll.
Sie begleiten dann die Mutter während der Geburtsarbeit und leiten die Geburt, egal, wie lange sie dauert, solange alles im normalen Bereich ist. Sie haben Erfahrung bei der Versorgung des Babys nach der Geburt, und unterstützen die Mutter in ihrem Bestreben, das Kind stillen zu wollen. Hebammen haben die Aufgabe, natürliche/ physiologische Prozesse, die vegetativ zwischen Mutter und Kind ablaufen, zu unterstützen. Dazu brauchen sie Erfahrungswissen, aber auch handfeste medizinische Kenntnisse. Hebammen arbeiten eigenverantwortlich, da laut Gesetz kein Arzt bei einer normalen Geburt zugegen sein muss. Sie ziehen jedoch einen Arzt hinzu, wenn sich z. B. eine Komplikation zeigt. Es gibt auch Bestimmungen, wann eine außerklinische Geburt nicht sein darf. Insgesamt sind aber mehr als 90% aller schwangeren Frauen gesund und in der Lage, ihr Kind normal zu gebären.
Richtung 2: Begeben Sie und Ihre Partnerin sich zur Vorsorge in die gynäkologische Praxis, begegnet Ihnen die medizinisch-technologische Sichtweise auf die Geburt. Die Vorsorge dort orientiert sich stark am Krankhaften, an der Suche nach Auffälligkeiten, Abweichungen von der „Norm“, an Messdaten, Statistiken, Laboruntersuchungen, an regelmäßigen Ultraschallaufnahmen, die nach bekannten, aber weitgehend ignorierten Forschungsergebnissen für die Kinder sehr unangenehm sind. Später kommen regelmässige CTG- Kontrollen hinzu, die Aufnahmen der kindlichen Herztöne und eventueller Wehen, auf die Kinder, nach Aussagen vieler Mütter, spürbar heftig reagieren.
Kontrolle durch Apparate
Ärztliches Handeln orientiert sich überwiegend an Kontrolldaten, um den Überblick zu behalten. Sie werden durch die große Anzahl von Vorsorgemaßnahmen fest in einen Terminplan eingebunden. Nicht selten entsteht bei Schwangeren das Gefühl, sämtliche Maßnahmen abarbeiten zu müssen, um eine gute Mutter zu sein. Über das subjektive Wohlbefinden von Mutter und Kind hinaus werden demzufolge Unsicherheiten und Vermutungen möglicher Fehlentwicklungen ausgesprochen, aufgrund von statistischen Messdaten. Schwangerschaft ist aber keine Krankheit, sondern ein natürlicher Prozess, der auch einmal Schwankungen unterliegen kann. Kommen wegen des Alters Ihrer Partnerin noch sogenannte Risikofaktoren hinzu, kann es sein, dass Sie aus den Sorgen gar nicht mehr herauskommen. Sie und Ihre Partnerin sollten aber die Zeit der Schwangerschaft genießen und alles vermeiden, was Ihnen und damit auch dem Kind Stress macht.
Handlungsfähig bleiben
Wenn Sie sich für diese 2. Richtung der Schwangerschaftsbegleitung entscheiden, empfehlen wir Ihnen, sparsamst mit den angebotenen zusätzlichen Untersuchungen der Pränataldiagnostik umzugehen. Nicht nur, dass Sie tagelang auf Ergebnisse warten müssen, die dazu nicht immer verlässliche Aussagen machen; es kann auch sein, dass Sie rechnerisch in eine Risikogruppe fallen und dann weitere Untersuchungen fast unumgänglich werden. Sind Sie erst einmal in diesem Kreislauf drin, ist es kaum möglich, da wieder herauszukommen. Das sollten Sie bedenken, wenn Sie sich auf eine technikdominierte und medikalisierte Geburt einlassen.
Notfälle
Wir teilen die Meinung bekannter Kritiker heutiger Geburtsmedizin, die sagen, dass diese zwei verschiedenen Richtungen der Schwangerenbegleitung auch etwas mit uns als Männern und Frauen zu tun haben. Die Geburtsmedizin wird von Männern angeboten und kontrolliert, da sie etwas mit Technik und Apparaten zu tun hat. Leider wird irgendwann das, was für Ausnahmen oder Notfälle gedacht war, routinemäßig auf alle Frauen angewandt. So z. B. der Kaiserschnitt: Einst als Notlösung gedacht, was der Lebensrettung diente, wird er heute als normale Alternative zur Spontangeburt angeboten, ohne dass die Gefahren und langfristigen Folgen für Mutter und Kind ausreichend untersucht wurden.
GreenBirth ist der Meinung, dass beide, die Geburtsbegleitung durch Hebammen und die auf Notfälle konzentrierte Geburtsmedizin, gut zusammen passen könnten. Es wäre höchste Zeit zu kooperieren, statt zu konkurrieren. Dass zur Zeit ca. 97% der Mütter in Krankenhäusern entbunden werden, geht letztendlich zu Lasten von Eltern und Kindern, wenn wir allein an die viel zu hohe Kaiserschnittrate, die viel zu vielen Frühgeburten denken und an die vielen fragwürdigen medizinischen Eingriffe.
GreenBirth rät: Erwägen Sie gut beide Richtungen der Geburtsbegleitung. Erinnern Sie sich an Ihre Beschützerrolle, auch wenn das ein wenig altmodisch klingt. Denken Sie daran, wie verletzlich das kleine Kind ist, das geschützt im Bauch seiner Mutter wachsen will. Geben Sie ihm die Chance, sich zusammen mit seiner Mutter und Ihrer Unterstützung den Weg in diese Welt zu erobern.
Gönnen Sie ihm sein erstes großes Erfolgserlebnis!
Die Vorstellung einer außerklinischen Geburt, d.h. einer Geburt zu Hause oder in einem Geburtshaus, mag für Sie befremdlich sein, jedoch war es über Jahrtausende niemals anders. Die heutige klinische Geburt enthält enorme Risiken, die es früher einfach nicht gab.
Ihr GreenBirth - Team


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