textfeld v4
Die vorgeburtliche Entwicklung des Kindes

Die Lebenszeit vor der Geburt ist keine passive Reifungsphase, sondern eine prägsame Zeit mit Möglichkeiten der Reaktion und Interaktion zwischen Eltern und Kind.

Das Kind löst selbst Bewegungen aus

Spontane Bewegungen sind früher beobachtbar als die reaktiven

  1. ab 6. Woche nachweisbar
  2. Ab 9. Woche Saugbewegungen
  3. ab 10. Woche: Hand-zu-Hand-, Hand-zu-Gesicht- oder Hand-zu-Mund-Bewegungen, Beugungen, Streckungen, Rotationsbewegungen, Schluckbewegungen, Mund öffnen und schließen (Chamberlain 1997*).

Das Kind reagiert

  1. Abwehrbewegung auf die Berührung mit einem Haar ab der 7. Woche (Erich Blechschmidt, Embryologe)
  2. Ab 10.-15. Woche reagiert das Ungeborene Kind auf das Erleben und Verhalten der Mutter
  3. Reaktionen auf die Hohlnadel bei einer Fruchtwasserpunktion: Z. Teil Abwehr, Neugier, große Irritation, Beunruhigung, Schock, auch Gleichgültigkeit
  4. Bei Licht: Anstieg der Herzfrequenz
  5. Hören ab 16. Woche nachweisbar, ab 25. Woche voll ausgebildetes Gehör
  6. Durch Frühgeborenenbeobachtung: Schmerzempfinden nachweisbar

Interaktive, soziale Bewegungen

  1. Besonders durch systematische Beobachtungen vor der Geburt nachweisbar
  2. Zärtlich und heftig bis aggressiv. Bei zweieiigen Zwillingen hat man schon beobachtet, dass sich die Kinder durch die Eihäute hindurch berühren (Allessandra Piontelli 1996)
  3. Reagieren auf mütterliche Gefühle beim Fernsehen und anderen Gelegenheiten, z. B. auch bei der Sexualität der Eltern
  4. Babys reagieren auf die Stimmen von Mutter und Vater, auf harte, schrille oder beruhigende Stimmen
  5. Sie reagieren nicht auf indirekte, jedoch auf direktes Ansprechen

Emotionale Empfänglichkeit

  1. Kinder vor der Geburt reagieren auf ein liebevolles Umfeld und auf Ablehnung
  2. auf Ambivalenz (z. B. „sollen wir abtreiben oder nicht?“ – nach Wahrscheinlichkeitsdiagnose)
  3. Stress der Mutter
  4. Was die Mutter vom Partner/Vater und der Familie oder ArbeitskollegInnen zu hören bekommt (Ermutigung, Vorfreude, Bedenken, „musste das sein?“usw.)
  5. Hormonelle Wechselseitigkeit bei Freude und Zufriedenheit, Angst, Trauer, Ärger, Schreck- oder Schockerlebnissen nachgewiesen.

 
* Chamberlain, David: Neue Forschungsergebnisse aus der Beobachtung vorgeburtlichen Verhaltens. In: Janus, Ludwig, Haibach Sigrun (Hrsg):Seelisches Erleben vor und während der Geburt. LinguaMed-Verlag Neu-Isenburg 1997. Dort befinden sich auch die Quellen, die Chamberlain in diesem Aufsatz zusammenträgt. Wenn nicht anders angegeben, sind die Angaben dieser Quelle entnommen.

 

navi v4

     

e.V.

pfeil11

Besucher seit März 2009

kostenlose counter