
Am Anfang 3 Fragen:
Frage 1: Wie kommt es eigentlich, dass kinderlose Paare nach der Adoption eines Kindes doch noch ein eigenes Kind bekamen?
Frage 2: Wie kann es sein, dass Eltern nach einer künstlichen Befruchtung noch ein weiteres, natürlich gezeugtes Kind erwarten?
Frage 3: Wie kommt es, dass die künstliche Befruchtung bei 2/3 der Paare erst nach dem dritten Versuch glückt?
Es gibt evtl. eine gemeinsame Antwort:
Die individuelle Fruchtbarkeit von Mann und Frau, rein medizinisch betrachtet, scheint nicht den Ausschlag dafür zu geben, ob es zu einer Elternschaft kommt. Es gibt ganz offensichtlich noch weitere Aspekte. Diese umfassen psychische/ seelische Bereiche, unbewusste Hindernisse, unbewusste Ängste und evtl. familiengeschichtliche Ereignisse und u. U. sogar eigenes traumatisches Erleben aus der Zeit der eigenen vorgeburtlichen Entwicklung. Wenn Sie bereit sind, sich solchen Gedanken zu öffnen, kann es sehr sinnvoll sein, sich mit entsprechender Literatur zu befassen und sich therapeutische Begleitung zu suchen. Wir machen auf zwei Bücher aufmerksam.
Ute Auhagen-Stephanos: „Wenn die Seele nein sagt. Unfruchtbarkeit - Wie Sie neue Hoffnung schöpfen - Wo Sie Hilfe finden“. Goldmann Verlag München 2007
Die Autorin ist Psychoanalytikerin. Im Klappentext heißt es: „Dieses Buch widmet sich den vielfältigen psychischen Ursachen für den unerfüllten Wunsch nach einem Kind. Es hilft, die persönliche Lebensgeschichte in neuem Licht zu sehen, gibt Raum für verborgene Empfindungen und schenkt neue Hoffnung. Seit über 20 Jahren begleitet die Expertin Dr. Ute Auhagen-Stephanos in ihrer therapeutischen Arbeit kinderlose Paare und zeigt, wie innere Hindernisse erkannt und überwunden werden können.“
Ilka-Maria Thurmann; Theresia Maria de Jong: „Willkommen im Leben – Kinderwunsch und der bewusste Weg zur Elternschaft“. Patmos Verlag Düsseldorf 2008
Ilka-Maria Thurmann, Diplom-Pädagogin und Therapeutin und die Journalistin Theresia Maria de Jong gehen vom vorgeburtlichen Seelenleben eines Babys aus. Ein Kind zu haben, könne nicht erzwungen werden, sondern sei ein Geschenk des Lebens. Deswegen können Eltern, die bereit sind, sich selbst in einer Linie mit der Leben spendenden Kraft der Natur zu sehen, von diesem Buch gewinnen. Eine Öffnung hin zu eigenen Verletzungen oder gar Traumatisierungen in früher Kindheit, so zeigt es die therapeutische Erfahrung, kann ein Schlüssel dafür sein, dass unbewusst eine Schwangerschaft verneint wird. Die Autorinnen legen ein Plädoyer vor, das für Menschen geeignet ist, die sich therapeutischen und spirituellen Themen im weitesten Sinne öffnen möchten.
Künstliche Befruchtung
Ihr großer Kinderwunsch wurde erfüllt, und Ihr Kind wurde durch technisch-medizinische Möglichkeiten künstlich gezeugt. Sie sind glücklich, dass Sie Ihr ersehntes Kind nun bekommen werden.
Hier endet die menschliche Reproduktionsmedizin, und Mutter Natur übernimmt das Ruder.
Ihr Kind hat sich in Ihrer Gebärmutter eingenistet (ins Nest gesetzt). Nicht mehr lange, dann schlägt sein Herz. Wachstum und Geburt unterliegen denselben Bedingungen wie bei allen anderen Kindern auch.
Das Kind in Gelassenheit wachsen lassen,
sich gesund ernähren,
in Ruhe die nötigen Vorbereitungen treffen,
rechtzeitig das Erfahrungswissen einer Hebamme abrufen,
maßvoll Vorsorge in Anspruch nehmen und
das Kind vor der Geburt begrüßen und als Vater und Mutter mit ihm in Verbindung stehen,
den natürlichen Prozessen des Wachsens und Gebärens vertrauen,
welche Aussicht und welche Ressourcen liegen darin für Sie und Ihr Kind!
Wir empfehlen, dass Sie Ihren Kinderwunsch und den Weg, wie Sie ihn verwirklichten, Ihrem Kind gegenüber transparent machen. Es hat das „innere Wissen“ sowieso und hört oder liest später vielleicht etwas darüber. Es hat ein Recht darauf, seine Wahrheit zu kennen. Es sollte von Ihnen – möglichst von Mutter und Vater – liebevoll informiert werden, um Fragen stellen zu können.
Seit Eltern und ErzieherInnen immer öfter über Kenntnisse der Pränatalzeit verfügen, können Äußerungen von Kindern beim Spielen, beim Zubettgehen, im Kindergarten vermehrt einem Geschehen der Vorgeburtszeit zugeordnet werden. Auch bei Ihrem Kind könnten einmal gespeicherte Wahrnehmungsspuren aufleuchten und eine Rolle spielen, sei es im Spiel, beim Malen oder „Fantasieren“. Dann wäre es Zeit, dass Sie Ihrem Kind von seiner Entstehung erzählen.


e.V.