
Vorwort
Heutige junge Eltern haben es in der Schwangerschaft und bei der Geburt ihrer Kinder mit modernen Risiken zu tun, die es früher nicht gab. Durch stressvolle Lebensweisen sowie eine von Untersuchungen und Überwachung bestimmte Schwangerschaft werden sie oft überfordert, in unerwartete Konflikte gestürzt und hohen Belastungen ausgesetzt.
Symptome für diese besorgniserregenden Entwicklungen sind z. B.
die ständig wachsende Kaiserschnittrate von nun schon ca. 30% (fast 180 000 Kinder 2006),
jährlich mehr als 10 000 zu früh geborene Kinder mit weniger als 1500 g Geburtsgewicht,
häufige vorzeitige Wehen und
93% medikamentös oder
technisch beeinflusste Krankenhausgeburten (nachweislich in Niedersachsen).
Ähnliche Entwicklungen werden auch international beobachtet.
Wir wissen heute zweifelsfrei, dass Kinder vor der Geburt auf Stress und Ängste der Eltern, Medikamente, die Anwendung technischer Geräte und medizinische Eingriffe reagieren und diese Erinnerungen sich lebenslang auswirken können.
Kritische Stimmen bei betroffenen Eltern, Hebammen und ÄrztInnen, TherapeutInnen und HochschullehrerInnen sowie in den Medien mehren sich. Vor allem sind es strukturelle Hemmnisse, die es zu überwinden gilt. Es sind aber auch Anstrengungen erforderlich, um die potentiell nächste Elterngeneration zu informieren und zu ermutigen, einem physiologischen / natürlichen Geschehen in der Schwangerschaft und bei der Geburt zu vertrauen.
Nicht technikbestimmte Hochleistung bei Geburten ist erforderlich, sondern Schutz und achtsame Begleitung für werdende Eltern und das heranwachsende Baby von Anfang an.
Alle gesellschaftlichen Kräfte tragen eine Mitverantwortung dafür, dass die Kinder in unserer Gesellschaft möglichst unversehrt zur Welt kommen. In Verantwortung für künftige Generationen von Eltern und im Wissen um die Verletzlichkeit bereits der ungeborenen Kinder haben sich Eltern, Fachpersonen und wissenschaftlich Forschende zusammengetan und am 20. März 2009 den Verein GreenBirth mit folgender Satzung beschlossen….
Zweck des Vereins ist
Frauen und Männer mit Beginn der Elternschaft zu erreichen, wenn möglich auch schon davor, und sie zu ermutigen, ihrem inneren Gespür und dem Erfahrungswissen vieler Generationen vor ihnen zu vertrauen,
die Vorteile einer physiologischen/ natürlichen Geburt zu betonen, gegenüber einer technisch überwachten und medikamentös orientierten Entbindung,
Frauen ermutigen, sich schon in der Frühschwangerschaft Hebammen als Begleiterinnen zu suchen, denn Schwangersaft bedeutet „Gute Hoffnung“ und ist keine Krankheit,
ärztliche Geburtshelferinnen und Geburtshelfer dazu zu bewegen, sich auf erkrankte Schwangere zu konzentrieren und dabei die psychischen Faktoren grundsätzlich mit einzubeziehen,
die Möglichkeiten einer natürlichen Geburt bei Hausgeburten, Geburtshausgeburten und in Hebammenkreißsälen bekannt zu machen,
eine unabhängige aber parteiliche Lobby für Kinder vor der Geburt und deren Eltern zu sein,
offen zu sein für Vernetzungen auf nationaler und internationaler Ebene für Vereine und Organisationen, die sich denselben Zielen verpflichtet fühlen,
die Verbreitung der „Charta der Rechte des Kindes vor, während und nach seiner Geburt“ 1.
Der Zweck wird insbesondere verwirklicht durch Bildungsarbeit, Vortragsarbeit und Öffentlichkeitsarbeit wie Informationsschriften, Pressearbeit und Internetpräsenz.


e.V.