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Wehenentwicklung beim ersten Kind

Zeit - Zeit - Zeit

Die Wehenentwicklung beim ersten Kind dauert einige Stunden länger als bei weiteren Kindern. Die Tendenz in Kliniken, Wehenmittel zu geben wegen „Wehenschwäche“, ist darum speziell bei Erstgebärenden kritisch zu sehen.

Künstliche Wehenmittel verursachen meist stärkere Schmerzen als natürliche Wehen. Sie greifen der körpereigenen Wehenentwicklung vor. Die Wehen können vor allem durch Störungen im Wohlbefinden ausbleiben. Bei der Geburt spielen somatische Prozesse auf Stammhirnebene eine Rolle. Die Frau muss sich sicher fühlen können, aufgehoben und geschützt. Sie braucht Ruhe, um sich fallen lassen zu können.

Wenn ein Krankenhausbetrieb Frauen solchen Schutzraum nicht bieten kann, ist es kein Wunder, dass die Wehen ausbleiben. Anstatt die Klinikräume anders zu gestalten, Licht abzudunkeln und Ruhezonen zu schaffen, damit die Frau zur Ruhe kommen kann, wird eine "Wehenschwäche" diagnostiziert. Der Frau - so entsteht der Eindruck - fehlt etwas, nämlich die Fähigkeit, Wehen zu entwickeln. Die Realität ist aber die, dass die Klinikumgebung in seltenen Fällen so gestaltet ist, wie es gebärende Frauen gut tun würde.

"Wenn sich bis morgen früh nichts getan hat, müssen wir einleiten". Wie viele Frauen mussten sich diese Drohung anhören, fühlten sich unter Druck gesetzt und rutschten so in klinische Maßnahmen hinein.

Werden künstliche Wehenmittel gegeben, geht die Kontrolle der gebärenden Frau über das rhythmische Geschehen der Wehenentwicklung verloren. Wehenmedikamente erfordern eine dauerhafte Überwachung der Herztöne durch ein CTG. Das wird der Frau um den Bauch geschnallt. Es misst sowohl die Herztöne des Babys als auch die Wehentätigkeit der Mutter. Das lässt weniger Bewegungsfreiheit zu, meist muss sie dazu ruhig liegen. Erscheinen die Wehen zu schwach, verabreicht man eine höhere Dosis. Sie wird über den Tropf, der in die Verweilkanüle läuft, eingestellt.

Die häufige Folge von künstlichen Wehenmitteln: Die Frau muss sich dem ihr aufgenötigten Rhythmus von Wehen und Wehenpausen fügen. Das gilt auch für das Baby. Darum werden die Herztöne von beiden überwacht. Künstlich erzeugte Wehen sind schmerzhafter als eigene. Darum werden schmerzlindernde Mittel erforderlich. (Körpereigene Endorphine entstehen nur in Reaktion auf körpereigene Wehen.) Schmerzmittel haben Nebenwirkungen wie z. B. Kreislaufschwäche. Darauf reagiert man dann mit Gegenmitteln. Eine PDA erscheint oft am Ende einer sich steigernden Kette von Eingriffen. Die PDA-Wirkung ist sehr oft die letzte Station vor der Entscheidung zum Kaiserschnitt wegen „schlechter Herztöne“ des Kindes.

Fragen Sie dazu erfahrene, außerklinisch arbeitende Hebammen.