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Dammschnitt - restriktive Indikation

Dreimal mehr Frauen ohne Dammverletzung

Nur auf das Kind zu achten, wird „restriktive Indikation“ genannt. 

Randomisierte Studie (randomisiert = höchste Stufe der Wertigkeit im Wissenschaftsbetrieb)
Die Dissertation von Gudrun Nitsche, zum Erwerb des Doktor-Titels 2005, befasst sich mit den gesundheitlichen Folgen für Frauen nach einem Dammschnitt (Episiotomie). Die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Großhadern der Universität München änderte nach Abschluss der Studie ihre Indikation (Heilanzeige) für Dammschnitte komplett. Laut Nachfrage vom Dezember 2017 liegt die Dammschnittrate dort konstant unter 10 %.

Drei Vorteile der restriktiven Indikation sind belegt:
1. Reduzierung der Zahl von Frauen, die verletzt wurden um 36 %.
2. Zahl der unverletzten Frauen verdreifacht.
3. Schmerzmedikation bei restriktiver Indikation „deutlich komplikationsloser“.

Liberale Indikation bedeutet häufiges Schneiden, z.B. wenn der Damm der Mutter reißen könnte. „Es mehren sich die Hinweise, dass die [liberale] Episiotomie keinen prophylaktischen (vorsorgenden) Wert aufweist, möglicherweise einer Inkontinenz und Senkung sogar Vorschub leistet“.

Orientierung für schwangere Frauen/werdende Eltern

Die Ergebnisse können eine hilfreiche Orientierung sein, um gegenüber Kliniken zu vertreten, dass nur bezogen auf das Kind ein Dammschnitt gemacht werden darf. (s. u.)
Dafür bekannte Kriterien sind:
- falls es zwischen Größe des Babys und der Mutter ein Missverhältnis gibt,
- falls die Geburt beschleunigt werden muss, um das Kind aus einer akuten Notlage zu befreien,
- falls eine vaginal-operative Geburt erforderlich ist (Saugglocke oder Zange).
Dieses sind seltene Ereignisse.

Zusätzlich sollten Eltern auf die Vorteile mütterlicher Bewegung und vertikaler Geburtshaltungen achten, um dem Kind den Geburtsweg zu erleichtern. (Eine PDA betäubt Becken und Beine der Gebärenden und führt zwangsläufig zu einer liegenden Haltung).

Randomisierte Studie zum Dammschnitt (Nitsche 2005).
Kurzfassung 2 Seiten
Originalstudie 111 Seiten
Info Eltern an den Kreißsaal